Über uns

Der Gedanke zur Herausgabe des Kalenders Anstöße entstand im Jahr 1988.

Gemeinsam mit mehreren Freundinnen  - alle Mitarbeiterinnen des damaligen Kreisrehabilitationszentrums Löbau - und einem Kollegen begann ich, meine Idee umzusetzen, ihr Form zu geben.

Wir suchten damals nach einer Möglichkeit, auf gesellschaftliche Missstände und persönliche Konfliktsituationen im Leben behinderter und benachteiligter Menschen in der ehemaligen DDR aufmerksam zu machen. Der erste Kalender „Anstöße 1990“ wurde im Jahr 1989 gedruckt und verkauft. Allerdings war das nicht so einfach, wie es hier klingt. Die  Druckerlaubnis erlangten wir auf Umwegen mit Hilfe des Oberlausitzer Kunstverlages. Papier beschaffte die Druckerei Gustav Winter in Herrnhut, die übrigens noch heute den Kalender druckt. So gelang es uns, Probleme öffentlich zu machen, die es offiziell nicht geben durfte.  

Die ersten Kalender erschienen also in den Jahren 1989 und 1990. Danach führten wir die Arbeit der Initiative vorerst nicht weiter. Allerdings griff ich die Idee 1995 wieder auf. Mit der Unterstützung meiner Freundinnen versuchte ich erneut, das Projekt - nun ohne staatliche Kontrolle, Zensur oder Mangel an Papier - neu zu beleben. Unterstützt und gefördert wurden wir anfangs von der Robert-Bosch-Stiftung.

Aber auch unter den neuen Bedingungen gingen wir durch eine harte Schule und mussten feststellen, dass nicht immer das drin ist, was drauf steht. Begonnen als unabhängige Initiative unter dem Dach eines gemeinnützigen Vereins, zahlten wir teuer Lehrgeld. Wir entschieden uns für Unabhängigkeit, der Verein beendete die Trägerschaft, behielt jedoch alle von uns in vielen Jahren mit ehrenamtlicher Arbeit erwirtschafteten zweckgebundenen finanziellen Mittel.  

Wir fingen also wieder bei Null an und für kurze Zeit führten wir das Projekt im neu gegründeten gemeinnützigen Verein „Anstöße e. V.“  weiter. Die Erfahrungen unserer ehrenamtlichen Arbeit hatten gezeigt, dass diese Art der Öffentlichkeitsarbeit und mit ihr die Sensibilisierung für die Situation Betroffener ein neuer und guter Weg ist, der große Resonanz findet. Allerdings fehlte uns - vor allem auf Grund eigener Behinderungen - die Kraft, Projekt und Vereinsarbeit fortzuführen. Daher lösten wir den Verein auf.

Was blieb, waren meine Idee, die ich nicht in einer Schublade vergraben wollte und jede Menge Erfahrungen aus den zurückliegenden Jahren. Auf Grund des Zuspruchs, den wir immer wieder erhielten, entschied ich mich 2010 erneut zu einem Neuanfang. Seit der Ausgabe 2011 erscheint der Kalender Anstöße im Eigenverlag mit der zeitweiligen Unterstützung eines kleinen Teams und ebenso der Druckerei Gustav Winter in Herrnhut. 

Mit dem Kalender soll auch weiterhin eine andere Art der Begegnung ermöglicht werden. Es kommen Menschen zu Wort, die nicht immer Raum finden, sich zu äußern. Es werden Bilder gezeigt, die beeindrucken. Ganz unterschiedliche Künstler und Autoren  beteiligen sich.  Es wäre schön, wenn wir Mut machen und Denkanstöße geben könnten. Und es wäre auch schön, den Kalender in vielen Räumen, an vielen Wänden hängen zu wissen, denn nicht zuletzt soll der Kalender auch gefallen!